Start in Woche 7…

Heute bin ich in der 7. Woche in Quarantäne… und es ist überhaupt nicht schlimm! Im Gegenteil! Ich bin nicht abgelenkt durch irgend etwas und irgend wen. das einzige, was mir/uns Sorgen macht ist, dass nicht klar ist, was passiert, wenn wir nach Berlin MÜSSEN(wollen), weil es meiner Mum schlechter geht… Nach Deutschland kommen wir IMMER zurück, aber wieder rein nach Spanien? Eher nicht! Unser Haus hier zurück lassen? Ohne unsere Hunde nach Deutschland fahren? Das fühlt sich alles richtig mies an… Also brauchen wir Alternativen und vor allem müssen wir sie planen…
Da wir ja immer gerne einen Schritt voraus denken, sind wir dran! Zunächst einmal  werden wir jetzt unseren Wohnsitz nach Spanien verlegen, damit wir auch eine Chance haben, wieder zurück zu kommen. Damit wir jederzeit fahren können und „das Wichtigste“ mitnehmen können, haben wir jetzt den Entschluss gefasst, ein Wohnmobil zu kaufen. Das wird die Reiseform der Zukunft für uns sein. Spanien ist so ein tolles Reiseland und es gibt noch viele Ziele in Europa, die wir gerne noch sehen wollen. Irgendwann ist das Corona-Virus ja hoffentlich eingedämmt…

Die Zahlen stagnieren allerdings…und die Zahl der durchgeführten Test ist seit einer Woche die gleiche, was „verrät“, dass die Zahlen nicht einfach nicht korrekt erhoben werden!

Hier in Spanien gibt es jetzt sehr viele kritische und regierungsfeindliche Stimmen. Wie in Deutschland inzwischen auch üblich, geschieht dies mit außerordentlichen Hassparolen und einer unangemessenen Aggressionen. Der Unterschied zu Deutschland ist der, dass es Spanien wirtschaftlich natürlich über alle Maßen trifft. Mehr oder weniger der einzige „Exportschlager“ sind Obst und Gemüse… und der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Feriengäste werden ausbleiben, die Grenzen sind ja immer noch geschlossen. Das kann schon mal sozial ziemlich schnell „kippen“ und zu Unruhen und Aufständen führen, vor allem in den armen Regionen Spaniens… uns Spanier sind „Hitzköpfe“… Dennoch steht Andalusien in der Coronakrise ziemlich gut da und ist eines der Bundesländer mit den wenigsten infizierten und gestorbenen Menschen, aber die Menschen sind eben auch schon 6 Wochen „Zuhause“.

Hier „lebt“ man auf der Straße, vom schnellen Kaffee in der Bar, vom „Plausch“ in der Markthalle oder auf der Straße. Das alles ist seit 6 Wochen nicht mehr möglich… und wir wissen nicht, wie lange es noch geht. Dieses Wochenende dürfen sich die Kinder jetzt 1 Std. am Tag maximal 1 km vom Zuhause entfernen, das ist alles außer Einkaufen, Arztbesuche und Apothekenbesorgungen… Das ist für spanische Menschen sozial kaum auszuhalten. Und wenn dann auch noch die wirtschaftliche Grundlage wie der Tourismus wegfällt, bricht auch noch das Einkommen zusammen. Besserung ist derzeit leider nicht in Sicht 🙁

Neben all dem gibt es natürlich auch ein „ganz“ normales Leben… z.B. die heiß geliebte „Siesta“…

und natürlich immer gutes und gesundes Essen…

 

Vermutlich die größte Zitrone in diesem Jahr…