Covid-19 Verdachtsfall…

Coronaverdacht! Ina hat seit Dienstag Abend leichte, am Mittwoch zunehmende „Erkältungssymptome“ wie Schlappheit, Gliederschmerzen, Halskratzen, leichten Husten und im Laufe des Tages leicht erhöhte Temperatur. Die Frage entsteht: Was tun? Ignorieren und hoffen, dass es vorbei geht? Nein! Hier hilft nur eine Abklärung!

Wir rufen die „Corona-Nr.“ an um zu erfahren, was wir als nächstes tun sollen und wohin wir uns wenden sollen. Ein Freund von uns hatte auch einen Verdacht und seine Ärztin schickte ihn in eine „Drive-In-Teststation“… Der Mann am anderen Ende der Leitung war vor allem interessiert an der AusweisNr. Ina sagte ihm, dass ihm diese nichts nütze, denn sie sei Deutsche und er könne damit nichts anfangen. „Wenden Sie sich an ihren Hausarzt!“ kam dann als Aufforderung. Aha! „Ich habe hier keinen Hausarzt!“. „Dann tragen Sie sich hier in das Gesundheitssystem ein“. Ich brauche JETZT eine Klärung! Ich bin privat in Deutschland versichert! Wohin wende ich mich?“ „Dann wenden Sie sich an einen privaten Arzt“. Wir kamen zu dem Entschluss, in der Klinik in Novo Sancti Petri anzurufen. Dort erklärte man uns, dass wir am Donnerstag ab 9:00 kommen könnten, dann ein Arzt sich um uns kümmert und dann ggf. einen Test macht. Das klang gut!

Also haben wir uns am Donnerstag morgen auf den Weg gemacht und waren gleich um 9:00 in der Klinik. An der Anmeldung – keinerlei Desinfektionsmöglichkeiten! -haben wir angegeben, warum wir dort sind, wir nahmen Platz und wurden nach kurzer Zeit in die „Urgencia“ gebeten… Der Doc gerät in Panik, als er hört, warum wir da sind. Und schickt uns sofort raus und in ein anderes Zimmer. Dort konnte man sich wenigstens schon Mal die Hände desinfizieren! Ein Messgerät für die Körpertemperatur liegt auch bereit. Wir warteten 1/2 Std. auf den Arzt.

Als er kam, war er angemessen „verpackt“ und „eingemumnelt“…doppelte Maske, Gesichtsschild, Schutzkleidung, Handschuhe, Überzieher für die Schuhe. Er fragte nach den Symptomen, maß Fieber, schaute nach der Sauerstoffsättigung und hörte Inas Lunge ab. Dann fragte er nach meinen Symptomen und erklärte, dass Ina zur Sicherheit in der Klinik bleiben muss, ich kann nach Hause (in Quarantäne) gehen kann. Dachach verließ er den Raum und eine Krankenschwester – ebenfalls in perfekte Schutzkleidung eingehüllt! – kam herein und führte die Tests durch. Na ja, es gibt Schöneres, aber auch Schlimmeres. Danach trennten sich unsere Wege. Wie auch immer der Test ausfällt, zumindest formal und hygienisch ist Ina in guten Händen!

Nun kommt natürlich die Frage auf, wie und wo hätten wir uns infizieren können? Im Grunde überall! Selbstverständlich tragen wir Masken, wenn wir „draußen“ sind. Ina bügelt sie nach jedem noch so kurzen Tragen. Selbstverständlich desinfizieren wir Hände, Handys, Schlüssel bevor wir das Auto oder Haus betreten, lassen die Schuhe draußen stehen. Postsendungen und Lebensmittel kommen für ein paar Stunden immer noch in Quarantäne. Aber im Umgang mit Menschen, fallen die Distanzregeln blitzschnell, oft ohne, dass man es merkt. Jemand im Supermarkt greift dir über die Schulter um einen Sack Karotten aus dem Regal vor dir zu nehmen… jemand ändert seine Laufrichtung und steh plötzlich vor dir… gehst du einen Schritt zurück, weil jemand dir zu nahe kommt, „rücken“ Freunde und Bekannte „nach“, weil sie die Distanz als unerträglich und zu „groß“ empfinden…

Viele tragen keine Masken und die, die sie tragen, zuppeln ständig daran herum, schieben sie hoch und runter, nehmen sie ab und setzen sie dann wieder auf und fassen zwischendurch alles mögliche an… so verbreiten sich die Viren und Keime… Einen 100%igen Schutz gibt es nicht, aber teilweise ist das Verhalten hier sehr fahrlässig. Auch wenn man die Polizei, ohne Maske sieht, die ja Bußgelder über 100€ verhängt wenn man die Maske nicht trägt, fragt sich der Mensch natürlich, warum soll ICH dann eine Maske tragen…

Wir sind nicht panisch, sondern sehr zuversichtlich, dass es keine Covid-19-Infektion ist. Wir wollten einfach nur in Sicherheit sein, dass niemand durch uns angesteckt werden kann oder am Ende jemand durch diese Ansteckung stirbt. Wir sind beide in guter Verfassung und deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir gut durch diese Infektion kommen, sollten wir infiziert sein. Aber wir denken positiv und gehen davon aus, dass es ein „falscher“ Alarm ist.

Am Freitag telefonieren wir und Ina geht es viel besser, die meisten „Symptome“ sind weg, keine erhöhte Temperatur mehr. Also beschließen wir, dass Ina sich aus der Klinik entlässt und Zuhause – wie ich – in Quarantäne auf das Ergebnis wartet. Die Papiere werden zusammen gestellt und nach einiger ewigen Wartezeit, kann Ina dann schließlich gehen! Puh, wir sind froh, alle wieder zusammen 🙂

Ina musste das Krankenhaus über einen Nebeneingang mit doppelter Maske verlassen, um Begegnungen mit anderen Menschen zu vermeiden. Alles sehr durchdacht und professionell, auch die Schwestern waren stets in vollständiger Schutzkleidung, wenn sie in Inas Zimmer kamen. Also alles sehr gut! Aber teuer: „Übernachtung“ mit Vollpension, Coronatest, 2 Blutentnahmen und Glucoseinfusion = 1400 €… Nun heißt es nur noch hoffen, dass der Test negativ ist, dann ist alles wieder „gut“… Freitag Abend um 21:00 kommt das Testergebnis: Es ist NEGATIV!!!  Wir sind erleichtert!

Aber beim Nachdenken werden Fragen deutlich: Wo kann ich mich angesteckt haben? Da fallen uns viele Situationen ein! Die andere Frage: Wen kann ich angesteckt haben? Im Nu kommen jede Menge Menschen zusammen. Das zeigt nur, dass wir wieder viel vorsichtiger sein müssen!