Gesundheit!

Ich litt seit ca. 2 Wochen an ziemlich heftigen allergischen Reaktionen. Nachdem meine in der Apotheke gekauften Medikamente nichts genützt haben, musste nun ein Arzt konsultiert werden. Wir bekamen einen Termin im „Centro Medico in Conil“ – da waren wir schon ein paar Mal. Wir waren nicht sonderlich begeistert… aber nun gut – Allergien wie meine jetzt sind beherrschbare Hausarztarbeit. Vorteile hier ist außerdem, dass sie deutsch- und englischsprachige Mitarbeiter*Innen haben, die im Notfall aushelfen können.

Ina durfte nicht mit hinein und musste draußen warten. Man bot mir eine Übersetzerin an und ich nahm an. Leider kam sie dann erst, als alles schon erledigt war… Ist schon immer von Vorteil, wem man sich im Vorfeld schon mal einige Begriffe vergegenwärtigt… Aber der Doc war sehr hilfbereit und kooperativ. Als ist an de Wort „estornudar“ scheiterte, machte er es mir vor und wusste, er meint, on ich „nießen“ muss. Er verschrieb mir Medikamente mit Kortison – was ja immer sehr effektiv ist und ich hatte nach 2 Wochen ehrlich gesagt auch die Nase voll von der Allergie, die sich besonders schlimm in den Augen zeigte. Und wie erwartet, sie halfen wunderbar! Er druckte mir eine ausführliche „Bastelanleitung“ für die Einnahme der Medikamente aus und zeigte mir auch noch, wie ich das Asthmaspray anwenden soll. Ich war sehr zufrieden – auch mit mir, die es ohne Ina und Übersetzerin geschafft hatte, das zu erreichen, was ich wollte!

Einige Tage später hatte sich in meinem OP-Bereich sich eine leichte Entzündung gebildet und am Donnertag war ich denn doch ein wenig unruhig und wollte es checken lassen. Wir haben uns umgehört, Ina hat hier und da telefoniert… „man meldet sich“… was dann leider doch nicht passierte… Schließlich fiel am Freitag Morgen die Entscheidung in die Uniklinik nach Cadiz zu fahren. Kiki übernahm (mal wieder 🥰😍) die Hunde, damit wir nicht unter Zeitdruck geraten…

Das war nun interessant… Nachdem wir in der zentralen Aufnahme falsch waren, schickte man uns sehr freundlich zur Notaufnahme. Dort erwartete uns schon jemand (gut geschützt) mit einem (Stirn-) Fieberthermometer und fragte uns, ob wir Covid-Symptome haben. Nach unserem „Nein“ bat er uns dann, den Pfeilen am Boden zu folgen… das war echt witzig, aber sehr effektiv…

Schließlich landeten wir an einem Counter, an dem wir alle Daten abgeben mussten. Ich bekam ein Schild mit der Aufschrift „Paciente“ und einen Bogen mit Codestreifen für Untersuchungen zurück!

Dann wurden wir in einen 1. Konsultationsraum gebeten und gaben die  Symptome und Probleme an. Hier bekamen wir dann eine Nr., die wir am Bildschirm im Warteraum wiederfinden, wenn wir dran sind. Nach kurzer Wartezeit erschien die Nr. dann, wir gingen in den Raum, aber keiner war da. Egal, das kannten wir auch Deutschland und wir setzten uns… später kam der Doc und wunderte sich, warum wir schon im Raum sind… es klärte dich dann auf, dass man nicht im Raum wartet, sondern, wenn man aufgerufen wird, einzutreten. Muss man erst mal wissen!

Dann wendete sich ein freundlicher Arzt uns zu und er las die eigens verfasst Symptom- und Problembeschreibung samt Fragestellung, dir wir für den Fall mitgebracht hatten, dass ich allein in den Behandlungsraum und Ina draußen warten muss. Das war zum Glück nicht so!

Er fragte, wo wir wohnen und war erstaunt, warum wir nicht in Chiclana zum „Centro Medici“ gehen. „Diese Klinik hier wurde uns als sehr gut empfohlen!“ Ina erklärte ihm dann, dass man in D. immer freie Arztwahl – auch im Krankenhaus hat. „Das ist hier nicht so!“ Man hat hier verschiedene Krankenversicherungen – wie bei uns auch. Es gibt die „öffentliche“ und die private. Aber IMMER sind sie einem Verbund von Ärzten und Gesundheitszentren und/oder Krankenhäusern angeschlossen. Ein „Hausarzt“ wird dir zugewiesen und der delegiert dann zu Fachärzten – das wurde in D. ja auch schon eingeführt. Jedenfalls gut zu wissen! Darum müssen wir uns mal kümmern! Unsere Versicherungen zahlen ja ohne den deutschen Satz an Arztkosten…

Schließlich untersucht er mich und stellte fest: Punktieren ist nicht erforderlich (ich war schon mal erleichtert!) und gegen die Entzündung reicht 4 mal am Tag Ibuprofen 600. Auch gut!

Dann fragt er uns, ob wir denn weiterhin in Cadiz zur Behandlung gehen wollen und sagt, er wird mal telefonieren und dann sagt er uns, zu wem wir in diesem Falle gehen können und stellt man einen Kontakt her… Das war wirklich total nett. Schließlich überreicht er uns zwei Adressen❣️

Als wir fragen: „Wo bezahlen wir jetzt?“, antwortet er: Alles kostenfrei, das ist hier das ‚öffentliche Gesundheitssystem‘, das ist für jedermann kostenfrei!“ Wir waren BAFF! Well done, España! Anschließend in der Apotheke zahlt Ina für 30 IBU 600 0,99€! Also auch finanziert mit nur einem geringen Eigenanteil!

So, jetzt hab ich euch ins spanische Gesundheitssystem „mitgenommen“… und ich bin froh, dass wir dort gelandet sind, so haben wir wieder mehr Durchblick! Falls wieder „etwas sein sollte“… bitte NICHT!