Ein armes Pony…

Donnerstag ging ich am Morgen mit Joy an einem völlig neuen Ort spazieren. Ein wunderschöne Feldweg mit fantastischer Sicht über die Felder hinter Conil bis hin zum Meer… Plötzlich entdeckte ich ein Pony, das an einer kurzen Leine an einem Zaumpfahl angebunden war und nur einen Halbkreisradius von maximal 3 m hatte. Es steckte sich mir so sehnsüchtig entgegen, aber ich konnte es nicht streicheln, weil ich extrem allergisch auf Pferdehaare reagiere und ja noch mit dem Auto nach Hause fahren musste. Das was es da zu fressen fand, war nicht wirklich schönes Futter. Es war umringt von Disteln und Wasser hatte es auch keines…Ich machte Fotos und stellte sie ins Facebook…

Binnen von Minuten lösten diese Bilder einen Sturm der Entrüstung aus.

Ein Bekannter kam mir mit seiner Frau am nächsten Morgen zu Hilfe, brachte Wasser und einen Eimer mit. Binnen kurzer Zeit waren 15 Liter im Pony verschwunden. Die beiden begutachteten das Pony und fanden, dass es ganz gut aussah. Gepflegte Hufe und gesund wirkte es auch, nicht abgemagert wie viel Pferde hier, um die sich keiner mehr kümmert…

Der Empörungs-Ansturm auf Facebook ging weiter… Aus Grand Canaria wurde dann ein Anruf bei der örtlichen Polizei getätigt, die auch Tierschutzaufgaben wahr nimmt…

Abends fuhr ich dann noch einmal hin und nahm eine Freundin mit. Wieder gaben wir dem armen Tierchen Wasser, was es sehr dankbar annahm. Ein vorbeifahrender Mopetfahrer wurde von Andrea angehalten und befragt, wem denn das Pony gehöre. Der erzählte, dass die Polizei schon da war, den Halter ermittelt hatte und den nun eine deftige Strafe erwarte… richtig so! Ein Pony ohne Wasser in der Sonne angebunden stehen zu lassen ist Tierquälerei!

Samstag morgen fuhren wir also wieder hin, um zu schauen, ob das Pony noch da ist. Es war weg! Vorsichtshalber schauten wir in die umliegenden Grundstücke und siehe da, es stand nun unter einem Baum, war nicht mehr angebunden und hatten einen großen Trog Wasser zur Verfügung. Das Grundstück glich ja eher einer Müllhalte (es wurde gerade ein kleiner Müllberg verbrannt!) auf dem Gerümpel und ausgemusterte Möbel standen, aber es war besser als vorher… Wasser brauchte das Tierchen nun nicht mehr, aber die mitgebrachten Möhren haben ihm sehr geschmeckt…

Wir werden demnächste noch einmal  hin fahren und schauen, ob wir den Besitzer ausfindig machen können. Wir wollen ihn fragen, ob er das Pony vielleicht hergeben will. Vielleicht finden wir ja einen Platz, mit dem es mit anderen Pferden zusammen auf einer Weide stehen und sich frei bewegen kann. Pferde sind Herdentiere und nicht gern allein…manchmal sieht man Pferde hier ausgelassen und vergnügt auf Weiden herum flitzen – ein wunderschöner Anblick. Dann wieder sieht man abgemagerte „Klepper“, allein, angebunden, oft kein Wasser – das ist dann ein sehr trauriger Anblick. Ich habe jetzt immer 3 Kanister Wasser und einen Eimer im Auto…

So schön das Land hier ist, der Umgang mit Tieren ist oft schmerzlich. Er ist hier sichtbarer als in Deutschland, wo die Tiere durch die Massentierhaltung ebenfalls unermessliches Leid erfahren – das wiederum ist unsichtbar. Bestie Mensch eben…

Wer die Geschichte weiter verfolgen will, kann es auf meiner Facebookseite tun…

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This entry was posted in 2017.

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